Helle, zuversichtliche Gitarrenklänge begrüßen die Gläubigen der Gemeinde Heilige Drei Könige in Rondorf. Die Gemeindeband probt im Altarraum vor Beginn des Gottesdienstes mit ihren neuen Mitgliedern, denn beim so genannten „Churchrocking“ kann jeder sein Instrument mitbringen und mitspielen.
Mit rocken hat dieser Familiengottesdienst aber wenig zu tun. Es sind nicht das Schlagzeug und die Bässe, die die rund 300 Gläubigen zum Klatschen anregen, sondern Gitarren, Flöten, ein Klavier und ein Violoncello. Durch die Oberlichter fällt viel Tageslicht, auch der Altarraum ist in warmes Licht gehüllt, eine sehr besinnliche Stimmung, die zum Glauben anregt.
Schon nach der ersten Strophe von „Jesus Christ, you are my life“, das die Kirchengemeinde mit rhythmischem Klatschen begleitet, weiß der Besucher, dass in dieser Gemeinde Musik, gute Laune und Begeisterung für die gemeinsame Feier steckt. Auch Pastor Wolfgang Zierke lässt sich mitreißen und wiegt beim Halleluja die Hüften.
Zum Gottesdienst sind viele Kinder gekommen; Grund genug für Zierke, sich von steifen Formen zu verabschieden und den Gottesdienst möglichst anschaulich zu gestalten. Kinder und Erwachsene erzählen eine kleine Geschichte über das Schenken. „Worauf kommt es beim Schenken wirklich an?“, fragt Pastor Zierke und läuft mit dem Mikrofon durch die Reihen. Er lässt die Kinder raten und antwortet dann selbst: „Zeit und Verständnis, das können wir uns in der Familie schenken“, sagt er und erklärt den jungen Kirchgängern, wie wichtig es ist, „aus dem Herzen etwas mitzugeben“. Das gilt nicht nur für die Familie, sondern auch für die Gemeinde. Die Kinder sind die Hauptpersonen des Gottesdienstes und bringen nun eine gemeinsame Gabe vor den Altar, kleine Kerzen, die die Stufen vor dem Altar erleuchten.
Der Gottesdienst vermittelt eine einfache Botschaft, die der Nächstenliebe, die sich in vielen Kleinigkeiten zeigt. Das will Zierke den Kindern vermitteln. Die Kombination von Kinderfreundlichkeit und den unverzichtbaren liturgischen Elementen gelingt gut, es ist ein Gottesdienst zum Anschauen und Anfassen, einer, der den Kindern den Zugang zum Glauben leicht macht. Zum Vaterunser fassen sich alle an den Händen, ein Zeichen der Verbundenheit und der Gemeinschaft. Es ist ein warmes, zuversichtliches Gefühl, mit dem der Besucher den Gottesdienst verlässt.